Oberstleutnant i.G. Erich Labrenz

Oberstleutnant i.G. Erich Labrenz

Oberstleutnant i.G. Erich Labrenz

Erich Labrenz wurde am 06. Dezember 1903 in Jeschkendorf (heute: Jaszkowice) im Kreis Liegnitz in Schlesien geboren.

Er trat im August 1925 freiwillig beim 13. württembergischen Infanterieregiment ein. Es folgten Beförderungen zum Leutnant und Oberleutnant bis hin zum Hauptmann.

Am 18. Dezember 1941 – die Truppe war nach den vorausgegangenen dauernden Kämpfen im Brückenkopf Kremenki am Ende ihrer Kräfte – als im Raum des III. Bataillons / Infanterieregiment 480 bei Jerschowo ein heftiger sowjetischer Angriff, unterstützt durch Panzer, einsetzte.

Im Kriegstagebuch konnte man die Ereignisse wie folgt lesen:

  • 03:00 Uhr – Der Feind ist in Seliwerstewo eingebrochen, Alarm für den Divisionsgefechtsstand
  • 03:50 Uhr – Ia (Major Köstlin) meldet dem Korps, dass durch Zurückgehen der 52. Infanteriedivision eine Lücke von 6 Kilometern entstanden ist. Die Armee befiehlt, Seliwerstewo unbedingt zu halten.
  • 04:25 Uhr – Der Feind greift das III. Bataillon / Infanterieregiment 480 an
  • 07:15 Uhr – Feind greift mit zwei Bataillonen gegen Troitskoye – Jerschowo an. Artillerie schlägt den Feind zurück.
  • 08:45 Uhr – Feind greift das Infanterieregiment 470 an, Angriff wird 300 Meter vor Höhe 225,8 zum Stehen gebracht.
  • 10:00 Uhr – 10 T-34 Panzer rollen gegen Höhe 225,8 heran, die Artillerie kann zwei in Brand schießen, andere rollen bis Radenki durch, vernichten 2 PAK, 2 leichte MG, 1 schweres MG, 1 Flak. Infanterie hat schwere Verluste und zieht sich westlich und südwestlich Höhe 225,8 zurück.
  • 13:00 Uhr – Feind greift mit 20 Panzern Jerschowo an und bricht in den Ort ein. III. Bataillon unter Hauptmann Labrenz hält die Stellung!
  • 13:10 Uhr – Feind greift mit Infanterie und Panzern aus den Wäldern nördlich Bessobrasowo nach Lagowschtschina an. Abteilung Franken kann nicht stand halten und weicht westlich Lagowschtschina aus.
  • 13:30 Uhr – Schutz der rechten Flanke notwendig. Bisherige Reserve (I. Bataillon / Infanterieregiment 447) wird neben Abteilung Franken im Abschnitt Seliwerstewo eingesetzt.
  • 14:00 Uhr – Feinddruck verstärkt sich, Infanterieregiment 470 weicht auf Radenki aus.
Am Gefechtsstand des Grendaierregiments 480 - von links Oberst on Parseval - Oberleutnant Erbe - Hauptmann Labrenz

Am Gefechtsstand des Grenadierregiments 480 – von links Oberst von Parseval – Oberleutnant Erbe – Hauptmann Labrenz

In stundenlangen, hin und her wogenden Kämpfen, gelange es dem Kommandeur, Hauptmann Labrenz, der durch sein Beispiel immer wieder die Mannschaften hoch riss, die vielfachen Einbrüche der gegnerischen Kräfte im Gegenstoß mit rasch zusammengefassten Gruppen wieder zu beseitigen und die Stellung trotz starker Ausfälle an Menschen und Material zu halten. Hauptmann Labrenz wurde hierbei selbst verwundet.

Für diesen Einsatz erhielt er am 20. November 1941 das Deutsche Kreuz in Gold und am 31. Dezember 1941 das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Gleichzeitig wurde er zum Major im Generalstab befördert. In den Verleihungsunterlagen zum Ritterkreuz heißt es:

„Die Division hatte, um die zum Zerreißen gespannte Front zu halten, alle verfügbaren Kräfte eingesetzt. Nur ein Schützenbataillon wurde am rechten Flügel zurückgehalten, da sich dort ein starker Angriff vorbereitete.

Hptm Labrenz und Oberst Wenninger

Hptm Labrenz und Oberst Wenninger

Die Truppe war nach den anhaltenden Kämpfen aufs Äußerste erschöpft, als gegen das Bataillon Labrenz ein heftiger Angriff, unterstützt durch 30 Panzer, einsetzte. In stundenlangen hin und her wogendem Kampf gelang es Hauptmann Labrenz, der durch sein Beispiel immer wieder die Mannschaften hochriss, die vielfachen Einbrüche des Feindes im Gegenstoß mit rasch zusammengefassten Gruppen wieder zu beseitigen und die Stellung trotz starker Ausfälle an Mannschaften und Material zu halten.“

Oberstleutnant i.G. Labrenz (Beförderung zum 01.03.1944, zuletzt als Ia der 79. Infanteriedivision eingesetzt) ist im russischen GULAG im Lager Workuta im Sommer 1949 an Lungenentzündung gestorben.

Er trug außer den oben genannten Auszeichnungen weiterhin

  • das Eiserne Kreuz II. Klasse (verliehen am 25. Juni 1940),
  • das Eiserne Kreuz I. Klasse (verliehen am 01. August 1941) und
  • die Krone Rumäniens 4. Klasse.
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Gedenkinschrift in Traunstein für Erich Labrenz – Dank an H. Trapp für das Foto

 

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