Oberst Eugen Baur

Eugen Baur

Eugen Baur

Eugen Baur wurde am 21.07.1894 in Hechingen/Hohenzollern geboren und trat am 04.08.1914 als Fahnenjunker dem Ersatz-Bataillon des 6. Württemb. Infanterie-Regiments „König Wilhelm I.“ Nr. 124 bei.

Er nahm an den ersten Kämpfen seines Regiments an der Westfront teil, wobei er am 12.08.1914 leicht verwundet wurde. Wieder einsatzbereit kam er von Oktober bis November zunächst an die Fahnenjunkerschule Döberitz und kehrte am 06.02.1915 zu seinem Regiment zurück, wo er am 21.05.1915 zum Leutnant befördert wurde. Wieder in verschiedenen Kämpfen eingesetzt, wurde er am 31.07.1916 durch eine Gasvergiftung schwer verwundet (2.). Nach der Ausheilung, am 18.12.1916 zum Ersatz-Bataillon seines Regiments versetzt,wurde er von dort am 10.03.1917 zu einem MG-Ausbildungs-Kurs nach Döberitz kommandiert und danach, am 15.03.1917 in die 2. Ersatz-MG-Kompanie des XIII. Armee-Korps versetzt. Er kehrte am 29.07.1917 wieder zu seinem alten Truppenteil zurück. Dort übernahm er am 01.12.1917 die Führung der 3. MG-Kompanie und am 31.03.1918 zum dritten Mal verwundet.

Major Baur am 01.09.1941 am Gefechtsstand des Infanterieregiments 470

Major Baur am 01.09.1941 am Gefechtsstand des Infanterieregiments 470

Am 08.04.1918 wieder in der 2. Ersatz-MG-Kompanie des XIII. Armee-Korps, kam Baur am 19.11.1918 wieder in das Ersatz-Bataillon seines Regiments. Von dort aus erhielt er am 29.11.1918 eine Kommandierung zum Pferde-Depot nach Ulm. Er kommt am 30.12.1918 wieder zum Regiment zurück, wo er am 12.02.1919 die Führung der MG- und MW-Kompanie übernahm.

Am 19.03.1919 zum Gerichtsoffizier ernannt, wurde er am 11.12.1919 als Oberleutnant aus dem Heer verabschiedet. Baur erhielt dann am 07.01.1921 das Recht zum Tragen der Uniform des Regiments und wurde am 23.01.1934 zum Oberleutnant a.D. und am 08.05.1934 zum Hauptmann a.D. befördert.

Am 01.11.1934 wurde er als Oberleutnant a.D. in das Ersatz-Offizierskorps und als Kompanieführer in das Ergänzungs-Bataillon Ludwigsburg übernommen und wurde vom 02.11.1934 bis zum 02.12.1934 zum Offiziers-Vorbereitungskurs nach Grafenwöhr kommandiert. Wieder nach Ludwigsburg zurückgekehrt wurde er am 05.03.1935 zum Hauptmann (E) und am 10.07.1935 zum Hauptmann befördert.

Ab dem 15.07.1936 gehörte Baur zum Ersatz-Bataillon 27 und wurde am 06.10.1936 Chef der 17. Kompanie, bzw. am 01.04.1937 Chef der 5. Kompanie des Infanterie-Regiments 13, wo er am 28.02.1939 zum Major befördert wurde.

Major Baur und General Schmidt mit dem Führer der Sturmgeschützabteilung

Major Baur und General Schmidt mit dem Führer der Sturmgeschützabteilung

Im Zuge der Mobilmachung übernahm Baur am 28.08.1939 das Kommando über das II. Bataillon des Infanterie-Regiments 470. Hier war er zunächst zur Sicherung des Oberrheins eingesetzt und nahm dann an den Kämpfen in Frankreich teil.

Am 12. Oktober 1941 fasste Major Baur als Führer des Infanterieregiments 470 den Entschluss, trotz Zerstörung der Oka-Brücke 2 Kilometer weiter ostwärts bei Pogrof über die Oka anzugreifen. Er leitete persönlich, trotz sehr starken Abwehrfeuers das Übersetzen des Regiments.

Es gelang, immer stärkere teile des Regiments über den Fluss zu bringen. Während die ersten Stoßtrupps die feindlichen Stellungen am Nordufer der Oka aufrollten, drang die Masse des Regiments im Südosten von Kaluga ein.
An diesem Abend war Kaluga genommen und die Verbindung mit der von Westen eindringenden 17. Infanteriedivision hergestellt.

Eugen Baur in Galauniform

Eugen Baur in Galauniform

Major Baur wurde am 02. Februar 1942 mit dem Ritterkreuz (843. Verleihung) ausgezeichnet. In dem Vorschlag zur Verleihung hieß es:

„Am 25. und 26. Januar 1942 hat Major Baur durch entschlossenen Einsatz der Kampfreserven und persönlich beispielhaftes tapferes Eingreifen in vorderster Linie einen zahlenmäßig weit überlegenen Angriff auf Ostroshnoje abgewehrt und damit den Durchbruch durch die dünne Front verhindert. Ein Ausweichen des Korps – für die Lage der Armee untragbar – konnte dadurch vermieden werden.“

Dabei erlitt er auf seinem, etwas zurückliegenden, Gefechtsstand in der Nähe von Ostroshnoje einen Bauchschuss und wurde durch die Sanitätskompanie 260 unter Dr. Sell zurück geschafft und lag daraufhin 9 Monate im Lazarett.

Nach seiner Genesung übernahm er zunächst ein Kommando in Witebsk, danach wurde er zur Führerreserve Wehrkreis V versetzt.

Ab dem 15.11.1942 war er Kommandeur des Grenadier-Ersatz-Regiments 35 in Straßburg und ab Sommer Führer eines Erkundungsstabes an der Westfront.

Ab Januar 1945 war Baur z.b.V. bei der 405. Infanteriedivision und vorübergehend Kommandant des rückwärtigen Gebietes der 19. Armee am Oberrhein.

Er wird im Februar mit der Aufstellung der „Brigade Baur“ beauftragt.

Am 12.04.1945 wird er zum Führer der 257. Volks-Grenadierdivision ernannt. Am 15. April wird er erneut schwer verwundet und gerät im Lazarett in Tübingen in französische Gefangenschaft aus der er am 14.06.1945 entlassen wird.

Beförderungen:

  • 10.10.1914 – Gefreiter
  • 08.12.1914 – Unteroffizier
  • 22.03.1915 – Fähnrich
  • 21.05.1915 – Leutnant
  • 23.01.1934 – Oberleutnant a.D.
  • 08.05.1934 – Hauptmann a.D.
  • 28.02.1939 – Major
  • 18.01.1942 – Oberstleutnant
  • 08.04.1942 – Oberst

Auszeichnungen:

  • 28.08.1915 – Eisernes Kreuz II. Klasse
  • 17.07.1916 – Fr.H.Ehr.Krz. 3. Klasse mit Schwertern
  • 20.07.1916 – Würrtembergische Goldene Militär-Verdienstmedaille
  • 03.04.1918 – Eisernes Kreuz I. Klasse
  • 17.06.1918 – Verwundetenabzeichen Silber (auch mattweiß, für drei- und viermalige Verwundung)
  • 25.02.1935 – Ehrenkreuz für Frontkämpfer
  • 02.10.1936 – Dienstauszeichnung IV. Klasse
  • 15.03.1940 – Deutsches Schutzwall-Ehrenzeichen
  • 16.06.1940 – Eisernes Kreuz II. Klasse – Spange
  • 07.08.1941 – Eisernes Kreuz I. Klasse – Spange
  • 27.09.1941 – Infanteriesturmabzeichen
  • 09.12.1941 – Deutsches Kreuz in Gold
  • 03.09.1942 – Medaille „Winterschlacht im Osten“
  • 10.10.1942 – Verwundetenabzeichen in Gold

Oberst Eugen Baur ist am 10.05.1981 in Stuttgart verstorben.

Das Grab von Eugen Baur - Dank an Werner Farwick und Helmut Trapp für die Gräberfotos

Das Grab von Eugen Baur – Dank an Werner Farwick und Helmut Trapp für die Gräberfotos

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