November 1942: Bericht über das russische Stoßtruppunternehmen am 05. November 1942 im rechten Abschnitt des Grenadierregiments 460

Am 05.11.1942 um 07:45 Uhr brachen drei russische Stoßtrupps in Stärke von je 30 Mann im rechten Regimentsabschnitt bei der sogenannten Ohrenschleife bei Reljaki in zwei, etwa 150 Meter auseinander liegende, Kampfständen (Stand 71 und 74) ein.

Verlauf des feindlichen Unternehmens:

Kampfstand

Kampfstand

Nach einem kurzen, aber heftigen Feuerschlag mit Granatwerfern, PAK und Artillerie – insgesamt etwa 120 Schuss auf die Hauptkampflinie, den 150 Meter hinter der Hauptkampflinie verlaufenden Graben und das rückwärtige Stellungsgebiet – wurde das vor der Hauptkampflinie verlaufende Drahthindernis (durchgehender doppelter Flandernzaun) an 3 Stellen mit gestreckter Ladung gesprengt.

Die Sprengung brachte die vor dem Hindernis liegenden eigenen Minen zur Entzündung. Nach der Sprengung brachen 3 Stoßtrupps, Stärke insgesamt ca. 80 Mann, gegen die eigene Stellung vor. Zwei Stoßtrupps erreichten die Hauptkampflinie, der dritte mit Flammenwerfer wurde durch flankierendes Maschinengewehr erfasst und blieb im eigenen Feuer liegen.

Eigene Gegenmaßnahmen:
Durch sofortige Abriegelung der Einbruchstellen und durch Ansatz zweier Stoßtrupps zum Gegenstoß wurde der Gegner, der versuchte sich in den genommenen Kampfständen und der dahinter liegenden Bunkergruppe zur Verteidigung einzurichten, nach zweistündigem hartnäckigem Widerstand im Nahkampf vernichtet. Die Lage war um 10:10 Uhr bereinigt und die eigene Hauptkampflinie fest in unserer Hand.

Das Grauen des Krieges - gefallene sowjetische Infanteristen

Das Grauen des Krieges – gefallene sowjetische Infanteristen

Der Versuch des Gegners, eine zweite Welle (etwa 60 – 80 Mann) nachzuschieben wurde durch flankierenden Einsatz von leichten und schweren Maschinengewehren sowie durch Sperrfeuer der Artillerie, Infanteriegeschützen und Granatwerfern verhindert. Sperrfeuer der eigenen schweren Waffen und Artillerie setzte sofort nach erkanntem Angriff ein und lag sehr gut auf den vorderen russischen Gräben und den rückwärtigen Zugangsgräben.

Die eigenen Verluste betrugen 7 Tote, 7 Verwundete, eine Maschinenpistole und ein Fernglas. Russische Verluste betrugen im Graben 5 Tote, im Vorfeld unmittelbar vor dem eigenen Graben 25 Tote.

Erfahrungen:

  1. Trotz gelungener Überraschung trat keine Panik ein. Abriegelung und Gegenwehr setzte sofort ein. Flankierend eingesetzte Maschinengewehre erwiesen sich als besonders wichtig. Einsatz von Maschinengewehren hinter dem eigenen Graben mit gutem Schussfeld ins Vorfeld ist zu empfehlen und wird im Regiment durchgeführt.
  2. An gefährdeten Stellen grundsätzlich Doppelposten am Maschinengewehr (auch tagsüber) stehen lassen, da einzelne Leute leicht den Kopf verlieren.
  3. Der Gegner wechselt die Zeit seiner Unternehmungen. Er hat bei den letzten Stoßtruppunternehmungen im Regimentsbereich einmal um 15:00 Uhr nachmittags, das andere Mal um 10:00 Uhr und das dritte Mal um 08:00 Uhr morgens angegriffen.
  4. Solange der Gegner im Graben ist, müssen ständig Maschinengewehre bereits ein, um ihn im Ausweichen zu fassen.
  5. Ersatzkompanien haben sich zum Gegenstoß im Graben als nicht voll geeignet erwiesen.
  6. Ausstattung an Munition, insbesondere Handgranaten, hat sich als etwas zu gering erwiesen, um einen länger dauernden Handgranatenkampf im Graben zu führen.
  7. Die Verteilung der Munition muss schwerpunktmäßig an den Brennpunkten erfolgen.
  8. Sofortige Meldung der feindfreien Kampfstände hat sich bewährt.

Aus dem Kriegstagebuch der Division

Read Offline:

Kommentare sind geschlossen.