Juni 1941: Der Freiburger

Im Sommer 1941 hatte uns ein zügiger Vormarsch im Mittelabschnitt bis zu den Pripjet-Sümpfen geführt.

Dort gab es dann harte Infanteriekämpfe in undurchdringlichem Gelände gegen einen sich zäh verteidigenden Gegner. Auf schmalen Pfaden und Schneisen schoben wir uns vorsichtig voran, die Verluste in diesem Busch- und Sumpfgebiet sind schmerzlich. Breite Schützenlinien durchzogen hinter den Spitzen das schwer erkämpfte Gelände.

Plötzlich zeigte sich am flachen, moosigen Boden ein russischer Stahlhelm, darunter das verängstigte Gesicht eines Rotarmisten. Das Gewehr im Anschlag, den Finger am Abzug, schon wollte der deutsche Landser schießen! Da erhob sich der fremde Soldat abwinkend und rief in alemannischer Mundart: „Net schieße, I’ bin de Jakob Vogel aus Freiburg!“

Erstaunt lies der Kamerad das Gewehr sinken, nahm den halb verhungerten und verdreckten Soldat gefangen und brachte ihn zurück zum Gefechtsstand. Da erzählte der „alemannische Sowjet“, dass seine Vorfahren aus Freiburg im Breisgau ausgewandert waren um sich in der Ukraine eine neue Heimat zu schaffen. Ihr Dorf haben sie Freiburg genannt…

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