Traditionsverband der Division

Divisionstreffen 1961 in Ludwigsburg, rechts stehend Fritz Schmelzle
Divisionstreffen 1961 in Ludwigsburg, rechts stehend Fritz Schmelzle

Schon bald nach Kriegsende fanden sich die ehemaligen Soldaten – viele gerade erst aus russischer Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt – wieder zusammen und gründeten den Traditionsverband der ehemaligen 260. Infanteriedivision. Das erste Treffen fand am 13. / 14. Oktober 1956 in der ehemaligen Garnisonsstadt Ludwigsburg statt.

Wenig später wurde aus dem Verband das Kameradenhilfswerk und Traditionsverband der ehemaligen 260. Infanteriedivision e.V.

Das Kameradenhilfswerk wollte, wie es der Name schon sagt, den aus der Kriegsgefangenschaft zurückkehrenden Kameraden helfen, einen Neuanfang in Freiheit zu gestalten. Nachdem diese Aufgabe erfüllt war und der eiserne Vorhang langsam durchlässiger wurde, dachte man auch an die Menschen in den ehemaligen Kriegsgebieten im Osten.

 

 

 

Zu diesem Zweck wurden insgesamt 11 Reisen zu den ehemaligen Kriegsschauplätzen in Osteuropa durchgeführt, an denen viele ehemalige Soldaten der Division teilnahmen. Einen Bericht über die letzte Reise im Jahr 2006 finden Sie hier.

Der gemeinnützige Verein des Kameradenhilfswerkes hat bis zuseiner Auflösung in Eigenregie 12 Transporte (4 volle Eisenbahnwagons und 8 Lastzüge!!!) organisiert und dabei allerlei Hilfsgüter in Richtung Osten transportiert: Schulmöbel (siehe Artikel “Der Teckbote vom 17. März 2005”), Krankenhausbetten, Medikamente und vieles mehr!

Aber nicht nur den noch lebenden ehemaligen Divisionsangehörigen sollte geholfen werden: im Rahmen der Kriegsgräberfürsorge wurden die Gräber der Soldaten betreut, die für immer in Russland geblieben sind.

Man ehrte immer auch den ehemaligen Gegner!
Man gedachte immer auch den Gefallenen des ehemaligen Gegners
Sowjetische und Deutsche Veteranen begegnen sich wieder!
Sowjetische und Deutsche Veteranen begegnen sich wieder!
Der "Hörnlekamerad"

 

 

In regelmäßige Abständen erschien das Mitteilungsblatt “Der Hörnle-Kamerad”, ein Heft das über die Tätigkeiten des Kameradenhilfswerkes berichtete,  auf Geburts- und Todestage der Mitglieder hinwies aber auch Geschichten und Bilder aus Kriegszeiten beinhaltete. Außerdem veröffentliche das Kameradenhilfswerk Festschriften und andere Informationsblätter zu besonderen Anlässen (siehe “Downloads“).

Im Mai 2009 recherchierte ein Fernsehteam aus Weißrussland in Ludwigsburg und interviewte dabei auch die Veteranen der 260. Infanteriedivision. Bei dieser Gelegenheit übergaben die Angehörigen des Traditionsverbandes zur großen Freude und Überraschung der weißrussischen Journalisten eine sowjetische Truppenfahne die bei den Kämpfen in der Sowjetunion 1941 erbeutet wurde und bis heute im Stadtarchiv Ludwigsburg gelagert wurde.

Man traf sich auch noch regelmäßig zum Volkstrauertag am Gedenkstein für die Division auf dem alten Friedhof in Ludwigsburg um der gefallenen Kameraden zu gedenken. Die hier dargestellten Fotos zeigen die Veranstaltung im Jahr 2008

Aufgrund des hohen Lebensalters der Veteranen – die meisten sind mittlerweile deutlich über 90 Jahre alt – hat man sich im Jahr 2013 entschlossen, den Traditionsverband aufzulösen. Das Vereinsvermögen wurde dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge zur Verfügung gestellt.

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